
KREUZ-WEGE
Was Gott für unsere Rettung wagt
Impulsreferat: Hans-Hermann Pompe
Hans-Hermann Pompe, Jg. 1955, verheiratet, ein Sohn, Wohnort Wuppertal. 1983 – 2000 Gemeindepfarrer in Wuppertal-Heckinghausen, 2000 - 2009 Leiter des Amtes für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der Rheinischen Kirche, seit 2009 Leiter des EKD-Zentrums „Mission in der Region“ (Standorte Dortmund/Stuttgart/Greifswald). Vorsitzender von Missionale Köln, Mitglied der EKD-Synode. Veröffentlichungen zu Hausgemeinden, Gottesdienst, Gemeindeentwicklung, Evangelisierung, Taufe, Trauung. Mag Zeitungen und Science Fiction, hört Musik am liebsten als Klassik, Gospel oder Jazz. Sammelt gute Witze, ist fasziniert von Jesus, leidet unter humorlosen oder irrelevanten Predigten.
5 Fragen an Hans-Hermann Pompe
Worum geht es in Ihrem Impuls-Referat am Samstagmorgen?
Vielleicht nur eine kleine Spur: Es geht um die größte Geschichte aller Zeiten, um Gottes Weg zu uns und unser Echo darauf. Diese Story sucht nicht Zuhörerinnen und Zuhörer, sondern Reagierende: Sie will nicht meinen Kopf zum Nicken bringen, sondern mein Leben in Bewegung. Unsere eigene Verlorenheit und unsere zerrissene Welt wird von Gott da durchkreuzt, wo Jesus stirbt. Die Osterüberraschung ist: das war keine "history" zum Abhaken, sondern "his story", in der wir zentral vorkommen.
In der Emmaus-Geschichte sind die zwei Freunde enttäuscht von Jesus und merken später, er hat sie die ganze Zeit begleitet. Waren Sie auch schon mal enttäuscht von Jesus?
Sitzen gelassen, getäuscht oder ausgetrickst hat er mich nie; aber das habe ich nicht immer verstanden. Ich habe ihm oft Vorwürfe gemacht, weil ich nicht verstanden habe, was passiert ist. Ich habe ihn angeklagt: Warum sagst du nichts? Wie kannst du das zulassen? Ich habe ihn gesucht: Wo bist du? Warum lässt du mich wie im Nebel allein? Mir hat er seine Ent-Täuschungen zugemutet, damit ich mich nicht mehr selbst täusche. Wir lernen wahrscheinlich am meisten, wo Gottes Geist aus unseren Bruchstücken etwas Schönes formt.
Am Ende merken die Jünger, dass ihr Herz brannte. Wie bekommt man ein brennendes Herz? Wie fühlt sich das an?
Brennende Herzen entstehen in der Nähe Gottes. Ich werde angerührt im Kern meiner Person: Ich kann und will nicht mehr an Jesus vorbei leben. Das kann meinen Verstand berühren, weil es völlig einleuchtend wird. Es kann meine Gefühle berühren, weil ich völlig angenommen bin. Häufig spüren wir wie in Emmaus erst hinterher, dass es ein Gottes-Moment war. Meist sind Freude oder Gewissheit die Folgen solch einer Erfahrung.
Ihr Referat hat den Untertitel: Was Gott für unsere Rettung wagt. Haben Sie erlebt, dass Gott etwas für Sie gewagt hat?
Alles hat er für mich gewagt: ich bin ihm sein Liebstes, seinen Sohn wert. Wenn er mich gefragt hätte, hätte ich ihm abgeraten: Lass die Finger von Hans-Hermann Pompe, er ist unzuverlässig, auf sich konzentriert, tief von der Sünde korrumpiert und übertritt deine Gebote. Aber Vater, Sohn und Heiliger Geist haben nicht auf mich gehört, sondern sind ihrer Liebe gefolgt. Ehrlich gesagt: Das versteh ich nicht, aber es ist das Beste, was mir passieren konnte.
Wenn Sie Mitarbeitender in der Jugendarbeit wären, was wäre ihre schönstes und was ihre größtes Wagnis?
Das Schönste: mein Können und Wollen so zu investieren, dass Jugendliche Jesus finden können. Das Größte: Als sein Jünger wehrlos leben, nur im Vertrauen auf Gottes Kraft und dafür alle Rüstungen von Erfahrung, Können, Stärke oder Überlegenheit abzulegen.










